Mohammed Abdullahis Beschützerinstinkt wurde aktiviert, als er erfuhr, dass sein Sohn Shariif mit einer Lippenspalte geboren wurde, denn er wusste, dass die unbehandelte Spalte seines Sohnes ihn zur Zielscheibe von Mobbing machen könnte. „Ich wollte Shariif ermöglichen, wie seine Geschwister ein normales Leben zu führen. Er war ein so süßer und lieber Kleiner. Ich war besorgt, Mobbing könnte hieran etwas ändern“, sagte Mohammed.

Mohammed besuchte Krankenhäuser in seiner Stadt und der näheren Umgebung, um sich nach den Möglichkeiten einer Behandlung der Spalte seines Sohns zu erkundigen, und kam dabei zu dem Ergebnis, dass die Kosten seine finanziellen Möglichkeiten überstiegen.

Mit den Jahren zog Shariif sich immer mehr zurück und entwickelte eine Vorliebe für die Sicherheit seines Zuhauses, was Mohammed sehr enttäuschte. Draußen im Leben hatte Shariif viel mehr zu verarbeiten als ein Kind eigentlich sollte — er wurde ausgegrenzt und in der Nachbarschaft „Sonkol“ (ein Begriff für Spalte in der Landessprache) genannt. Wann immer Mohammed diesen Spitznamen hörte, blutete ihm das Herz.

Als Mohammed sich bereits mit dem Gedanken angefreundet hatte, dass sein Sohn für immer an ihr Haus als Zufluchtsort gebunden sein würde, machte ihn ein Freund der Familie auf eine Anzeige aufmerksam, in der von kostenlosen Spaltenoperationen im nahe gelegenen Krankenhaus Kalkaal, einem Partner von Smile Train, die Rede war. Mohammed war skeptisch, aber das Angebot klang zu gut, um es zu ignorieren — er nahm zusammen mit Shariif einen Bus dorthin.

Als sie am Krankenhaus ankamen, waren sie fasziniert von dem, was sie sahen. „Wir sahen andere Kinder und Erwachsene mit einer Spalte“, sagte Mohammed. „Ich traute meinen Augen nicht — all diese Leute mussten sich wie mein Sohn versteckt haben.“

Noch in derselben Woche wurde Shariifs Lippenspaltenoperation genehmigt, und er bekam ein bleibendes Lächeln.

Als das Vater-Sohn-Duo am nächsten Tag nach Hause kam, wurden sie von Freunden und Nachbarn empfangen. Alle waren gespannt darauf, Shariif lächeln zu sehen. „Ich wollte, dass jeder Shariif sieht“, sagte Mohammed. „Ich war sehr stolz auf meinen Sohn.“

Inzwischen ist Shariif ein Schulkind. Das Lernen in der Schule macht ihm Spaß, und er hat viele Freunde gefunden. „Danke, Smile Train, dass ihr mir meinen Sohn zurückgegeben habt — Shariif hat zu sich selbst gefunden. Jetzt ist es schwierig für mich, ihn ins Haus zurückzuholen, weil er so viel mit anderen Kindern spielt. Ich habe ihn noch nie so glücklich gesehen“, sagte Mohammed.