Programme, Partner und Patienten von Smile Train sind durch COVID-19 stark betroffen. Wenn die epidemiologische Situation es zulässt, nehmen Smile Train-Partner weiterhin Operationen an Lippen-Kiefer-Gaumenspalten vor und garantieren eine umfassende Versorgung. Müssen Operationen jedoch verschoben werden, so finden die Partner kreative Lösungen, um Kinder mit Spalten und ihre Familien weiterhin zu unterstützen – zudem kämpfen viele von ihnen an vorderster Front gegen COVID-19.

Anlässlich der fünften World Health Worker Week (Welt Gesundheitsmitarbeiter Woche) feiern und danken wir dem Gesundheitspersonal, das uns heldenhaft durch eine von COVID-19 veränderte Welt führt und sich weiterhin um die am stärksten Gefährdeten kümmert.

Nachfolgend haben einige unserer vielen Smile Train-Partner ihre Erfahrungen in eigene Worte gefasst:

Dr. Daniela Tanikawa, Chirurgin und Smile Train-Partnerin in Brasilien

„Unser Krankenhaus ist das Referenzzentrum für Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten in São Paulo, der am stärksten von COVID-19 betroffenen Stadt in Brasilien. In unserem auf Pädiatrie spezialisierten Krankenhaus befindet sich nur ein von COVID-19 betroffenes Kind. Aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen hat unsere Regierung seit dem 23. März alle nicht zwingend erforderlichen Operationen und Termine gestrichen. Unsere Intensivstation wurde auf die Aufnahme von Kindern mit COVID-19 vorbereitet. In der letzten Woche haben wir aber festgestellt, dass der Großteil der Kinder aufgrund von anderen Viren eingewiesen wurde. Jedoch sind einige unserer medizinischen Fachkräfte (besonders aus der Notaufnahme) mit COVID-19 diagnostiziert worden.

Ersttermine sind für Babys mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten besonders wichtig, da Probleme beim Füttern auftreten, präoperative Orthopädie eingesetzt werden muss, Informationen zu chirurgischen Behandlungen vermittelt werden und die Eltern psychologische Unterstützung benötigen. Wir haben uns daher entschlossen, diese Termine so lange wahrzunehmen, wie es sicher ist. Einmal pro Woche bewertet ein multidisziplinäres Team alle dringenden Fälle und auch schwangere Frauen, die Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten erwarten. Unsere Klinik ist mit Masken für Patienten mit Atemwegsbeschwerden, alkoholhaltigem Gel und persönlicher Schutzausrüstung für das Gesundheitspersonal auf die Krise vorbereitet.

Operationen wurden abgesagt und obwohl wir die Ängste der Familien verstehen, ist es am wichtigsten, dass diese nur unter sicheren Bedingungen für Patienten und Eltern stattfinden. Die Pandemie ist nach wie vor nicht unter Kontrolle, sodass wir weiter vorsichtig sein und abwarten müssen. In der Zeit vor der Operation bleiben wir mit einigen der Kinder weiterhin in Kontakt und sollte sich ihre Situation verschlechtern, werden wir vielleicht Telemedizin einsetzen. Bis wir aber zu diesem Punkt kommen, ist es am sichersten, zu Hause zu bleiben.“

Dr. Gene Tiongco, Smile Train-Partner, Plastischer Chirurg und Team EMPOWER-Sportler von den Philippinen

„COVID-19 hat massive Auswirkungen auf unser Krankenhaus. Alle unsere Operationen für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten wurden verschoben, da der Großteil des Gesundheitspersonals sich um die Corona-Krise kümmert.

Ich arbeite zurzeit als Arzt dort, wo ich gebraucht werde, und habe meine Spezialisierung auf die Plastische Chirurgie zur Seite geschoben. Ich bin in der Notaufnahme und nehme die Krankengeschichten von Verdachtspatienten sowie positiv Getesteten per Telemedizin auf.

Smile Train-Patienten, die auf ihre OP warten, möchte ich sagen: Bleibt zuversichtlich und habt Geduld. Bleibt zu Hause und vermindert so das Risiko, euch anzustecken. Schreibt aufmunternde Briefe an all diejenigen, die unermüdlich im Einsatz sind, und teilt sie in den sozialen Medien, sodass sie dort von ihnen gelesen werden können. Bald, wenn all das vorbei ist, werden wir ALLE wieder lächeln.“

Kanhaiya Kumar, Sozialarbeiter in Indien

Kanhaiya Kumar arbeitet als Sozialarbeiter beim Smile Train-Partner Sant Parmanand Hospital in New Delhi. An einem normalen Tag fährt er von frühmorgens bis nach Sonnenuntergang quer durch die ganze Stadt, um mit Patienten und ihren Familien ins Gespräch zu kommen und sie zu beraten. Er unterstützt sie auch bei ambulanten Behandlungen, an Operationstagen und bei ihrer Fahrt ins Krankenhaus und zurück nach Hause. Vom Frühstück bis nach dem Abendessen steht sein Handy selten still, da die Betroffenen und ihre Angehörigen sich mit Fragen an ihn wenden und um Rat bitten.

Seit in Indien aufgrund von COVID-19 eine Ausgangssperre verhängt wurde, ist Kanhaiya zu Hause. Obwohl er so die Gelegenheit hat, viel Zeit mit seinem sieben Monate alten Sohn zu verbringen, ist er in Gedanken bei seinen Patienten. Er berät die Familien bei Fragen zum Umgang mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, den besten Behandlungsweg und zu Themen wie Techniken zur Fütterung von Säuglingen sowie zur zahnärztlichen Grundversorgung und leistet in den meisten Fällen auch psychosoziale Unterstützung. Einige seiner Patienten wurden kürzlich operiert und hatten Termine für Sprachtherapie. Kanhaiya hat ihre Familien angerufen und ihnen versichert, dass die Behandlung bald fortgesetzt wird.

„Meine Familie und ich setzen als Vorsorge in Gegenwart unseres Babys immer einen Mundschutz auf, aber die Anrufe sind ein Grund, ihn abzunehmen“, erzählt er. „Wir alle müssen unseren Teil beitragen, indem wir zu Hause bleiben, aber dadurch hört meine Arbeit nicht auf. Ich muss jeden Tag mit meinen Patienten und ihren Familien in Kontakt sein. Ich kann es kaum erwarten, wieder unterwegs zu sein und unsere Patienten zu unterstützen, sobald es wieder sicher ist.“

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