Jessa Gatchalian sagte, dass sie am Boden zerstört war, aber nicht völlig überrascht, als ihr jüngster Sohn Joseph mit einer Lippenspalte geboren wurde – sein Vater und älterer Bruder waren auch mit Lippenspalten geboren worden. Die Familie war sehr arm und konnte ihre Rechnungen nicht bezahlen. Einmal hatten sie monatelang keinen Strom. Für eine Lippen-Kiefer-Operation hatten sie kein Geld und glaubten, dass ihr Sohn Joseph diese lebensverändernde Operation nie erhalten könnte.

Als Kind war Joseph seine unbehandelte Lippenspalte peinlich. Er war sehr schüchtern und versteckte sich unter dem Küchentisch, sobald er hörte, dass jemand an der Tür war.
Als Joseph in die Schule kam, musste sein Mutter Jessa ihn jeden Tag dorthin bringen und wieder abholen, um sicher zu stellen, dass er am Unterricht teilnahm. Im Schulalltag, wenn seine Mutter es nicht merkte, weigerte sich Joseph mit seinen Mitschülern draußen zu spielen. „Es war schwer für mich, bei den anderen zu sein, denn ich lebte in ständiger Angst, kritisiert oder verspottet zu werden. Ich vermied die Schülergemeinschaft, wann immer es möglich war und suchte mir einen ruhigen Platz zum Lesen“, sagte er.

Als Joseph auf die weiterführende Schule kam, arbeitete Jessa mit Joseph an seinem Selbstbewusstsein, um ihn auf das Erwachsensein vorzubereiten. Beispielsweise bat sie Joseph, mit ihr zu kommen, wenn jemand an der Haustür war, um seine sozialen Fähigkeiten langsam zu verbessern.

Als Joseph 17 Jahre alt war erfuhr er zufällig vom Markina St. Vincent Hospital, welches der lokale Partner von Smile Train ist. Hier konnte Joseph endlich eine kostenlose Lippen-Kiefer-Operation erhalten. Diese Operation veränderte sein Leben. Er gewann ein neues Selbstbild und merkte, dass zum ersten Mal in seinem Leben die Menschen ihn auch nicht als anders wahrnahmen. „Mein Selbstvertrauen nahm schnell zu, da mich nun niemand mehr verspottete.“

Joseph hat es geschafft er ist in seinem Leben angekommen. Er arbeitet nun als Kundendienstmitarbeiter. Als Kind hat er sich vor der Außenwelt versteckt, nun ist er jeden Tag fröhlich mit Menschen in Kontakt. Joseph spart jeden Monat fleißig einen Teil seines Gehaltes. Er sagt, dass er sich hoffentlich so ein Medizinstudium leisten kann. „Der Traum meines Lebens ist, Arzt in den Barrios zu werden, um schutzbedürftigen Straßenkindern helfen zu können.“